©Kay Leutner

19. Juni 2013
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Entstehung des Berufsbilds

Die Anthroposophische Kunsttherapie wurde aus Impulsen entwickelt, die Rudolf Steiner mit seiner anthroposophischen Menschenkunde am Umbruch des 19. ins 20. Jahrhundert für die Pädagogik, Heilpädagogik, Medizin und die Künste gab.
In seinem Vortragswerk beschrieb Steiner differenziert die im Menschen und in den verschiedenen Künsten wirksamen Gesetzmäßigkeiten. Auf dieser Basis konnten zunächst künstlerische Übungen zur Förderung des gesunden Wechselspiels von Leib, Seele und Geist eingesetzt werden.
Erste klinische Anwendung fanden künstlerische Mittel und Prozesse der Malerei und Plastik ab 1921 im Klinisch-Therapeutischen Institut, Arlesheim, Schweiz. In Zusammenarbeit mit Dr. med. Ita Wegman entwickelten ab 1927 Dr. med. Margarethe Stavenhagen-Hauschka und Liane Collot D’ Herbois diesen Ansatz für das plastisch-therpeutische Gestalten bzw. für die Maltherapie weiter. Später erschlossen Pioniere wie Dora Gutbrod und Christa Slezac-Schindler von Rudolf Steiner um 1919 gegebene Sprechübungen für die Therapie mit gestalteter Sprache. Erste therapeutische Einsätze der Musik erfolgten in der Heilpädagogik: 1926 veröffentlichte Edmund Pracht über Entwicklung und Einsatz der Leier, 1927 Dr. Julia Bort über die Musik in der Heilpädagogischen Praxis. In Zusammenarbeit mit Ärzten entwickelte Maria Schüppel ihren anthroposophischen Ansatz zur Musiktherapie in Heilpädagogik, Psychiatrie und in der Inneren Medizin.

Den ersten Ansatz zu einer Beschreibung des Berufsbilds machte 1978 das Ehepaar Pütz unter der Prägung des Begriffs "Kunsttherapie". Sie beschrieben den Bildenden Künstler, der aufgrund seiner Meisterlehre in der Lage ist, mit der Kunst in pädagogischen, sozialtherapeutischen und klinischen Feldern harmonisierend und gesundheitsfördernd tätig zu werden.

1996 wurden erstmalig alle kunstspezifischen Fachbereiche in einem interdisziplinären Berufsbild zusammengefasst und als Berufsbild des Anthroposophischen Kunsttherapeuten der Fachbereiche Malerei, Musik, Plastik und Sprachgestaltung von der Mitgliederversammlung des BVAKT verabschiedet. Basis hierfür bildete die gemeinsame Grundlagenausbildung in anthroposophischer Menschenkunde, Medizin und Pathologie sowie der menschenkundlich fundierte therapeutisch gezielte Einsatz der künstlerischen Mittel und Prozesse.

Von 2006-2008 entwickelte die Arbeitsgruppe Ausbildungsrichtlinien eine fachbereichsübergreifende Ausbildungs- und Prüfungsordnung. In ihr wurden die Erfahrungen der kooperierenden Ausbildungen zusammengefasst und in Analogie zu Strukturen geseztlich geregelter heikundlicher Berufe dargestellt. Hierauf basierend wurde nach den Vorgaben des Deutschen Qualifikatitionsrahmens eine Aktualisierung des Berufsbildes Anthroposophischer Kunsttherapeutinnen (BVAKT) und Anthroposophischer Kunsttherapeuten (BVAKT) erabeitet. In einem Workshop um die Mitgliederversammlung 2011 setzten sich stimmberechtigte Mitglieder des BVAKT aus allen vier Fachbereichen mit der Kompetenzbeschreibung auseinander und bestätigten, diese für die qualifizierte Ausübung ihres Berufes als erforderlich.

Berufsbild online lesen (nicht druckbar).

Creative Commons Lizenzvertrag
Berufsbild Anthroposophische Kunsttherapeutin (BVAKT) / Anthroposophischer Kunsttherapeut (BVAKT) von Autorin Hildegard Pütz, Dipl.-Kunsttherapeutin (FH), Anthroposophische Kunsttherapeutin (BVAKT) Fb Malerei und Plastik, steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz. Rechteinhaber ist der Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie e.V. (BVAKT).