©Kay Leutner

25. Juni 2017
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Entstehung des Berufsbilds

Die Anthroposophische Kunsttherapie wurde aus Impulsen entwickelt, die Rudolf Steiner mit seiner anthroposophischen Menschenkunde am Umbruch des 19. ins 20. Jahrhundert für die Pädagogik, Heilpädagogik, Medizin und die Künste gab.
In seinem Vortragswerk beschrieb Steiner differenziert die im Menschen und in den verschiedenen Künsten wirksamen Gesetzmäßigkeiten. Auf dieser Basis konnten zunächst künstlerische Übungen zur Förderung des gesunden Wechselspiels von Leib, Seele und Geist eingesetzt werden.

Zusammen mit der Ärztin Ita Wegman setzten weitere Künstler und Ärzte künstlerische Mittel menschenkundlich fundiert in der Therapie ein.
Als Voraussetzungen für künstlerisch-therapeutisches Wirken, die heute noch Gültigkeit haben, nannte sie:

  • die Beherrschung der Kunstmittel
  • Offenheit für alles, was mit Krankheitszuständen und Heilungschancen zusammenhängt
  • künstlerisch und wissenschaftlich orientierte Vorgehensweise

1996 wurden erstmalig alle kunstspezifischen Fachbereiche in einem interdisziplinären Berufsbild zusammengefasst und als Berufsbild des Anthroposophischen Kunsttherapeuten der Fachbereiche Plastik, Malerei, Musik und Sprachgestaltung von der Mitgliederversammlung des BVAKT verabschiedet. Basis hierfür bildete die gemeinsame Grundlagenausbildung in anthroposophischer Menschenkunde, Medizin und Pathologie sowie der menschenkundlich fundierte therapeutisch gezielte Einsatz der künstlerischen Mittel und Prozesse.

In einem Workshop um die Mitgliederversammlung 2011 setzten sich stimmberechtigte Mitglieder des BVAKT aus allen vier Fachbereichen mit der Weiterentwicklung des Berufsbilds auseinander und bestätigten die darin beschriebenen Fähigkeiten für die qualifizierte Ausübung ihres Berufes als erforderlich.

2016 setzte die Mitgliederversammlung im Rahmen der Richtlinie zur Aufnahme Ordentlicher Mitglieder eine fachbereichsübergreifende Ausbildungs- und Prüfungsordnung in Kraft. In ihr wurden die Erfahrungen der kooperierenden Ausbildungen zusammengefasst und in Analogie zu Strukturen gesetzlich geregelter heilkundlicher Berufe dargestellt.