Veronika Bay

* 29.10.1922 in Beatenberg am Thuner See, Schweiz
† 28.03.2016 in Bern, Schweiz

Veronica Bay wuchs in einer anthroposophischen Familie auf, in der künstlerisches Tun einen großen Stellenwert hatte. Ihr Vater hat als Architekt am ersten Goetheanum mitgebaut. Schon als Kind hatte Johanna Bay den Wunsch, Sängerin zu werden und begann nach dem Krieg mit dem Gesangsstudium. Kurze Zeit später zog ihre Familie nach Schottland, wo der Vater in Camphill bei Karl König als Architekt tätig wurde.

Im Jahr 1952 bat Karl König Veronica Bay, nach Camphill zu kommen und mit taubstummen Kindern musikalisch zu arbeiten. Hier machte sie erste musiktherapeutische Erfahrungen in der Heilpädagogik. 1961 ging sie nach Holland und baute mit anderen unter Begleitung durch Dr. Hans-Heinrich Engel im heilpädagogischen Heim „Christophorus“  die musiktherapeutische Arbeit auf.

Im selben Jahr lernte sie  Maria Schüppel und Freda von Bültzingslöwen kennen. Aus diesem Treffen heraus wurde bei Karl König in Schottland  die erste Musiktherapietagung geplant und durchgeführt. Diese war die Keimzelle des Arbeitskreises um Hans-Heinrich Engel, es wurde intensiv an der Verknüpfung der anthroposophischen Menschenkunde mit musikalischen Elementen gearbeitet. 1962 begegnete Veronica Bay Anni von Lange und Dr. Hermann Pfrogner. Regelmäßig arbeitete die nun entstandene Gruppe an musiktherapeutischen Themen.

Veronica Bay beschäftigte sich lebenslang intensiv mit den Qualitäten des Einzeltons und dessen Bezug zum Menschen und war an musiktherapeutischen Ausbildungen als Dozentin tätig. Sie hatte die Fähigkeit, ihre Studenten so zu begeistern, dass in ihnen der Wunsch entstand, mit dem Erlebten und Erfahrenen weiter zu arbeiten.